Graf Zahl
Name: Graf Zahl 5
Alter: 33
Heimatstadt: Stuttgart
Profession: DJ, Producer und MC
Crew: Noch keine
Website: www.grafzahl5.de
Rappe seit: 1993
Veröffentlichungen: Das Balkan Syndrom EPP, Beats & Remixes, Numerologie
Mixtapes: The Corner Mix Vol.2, Deutsche Hip Hop Klassiker Vol.1, Pain
Gastauftritte: The Corner Mix Vol.1, Phonem One Samplertrack „NullSieben“ mit Open Mike
Einflüsse: Public Enemy, Paris, KRS One, Advanced Chemistry, Zulu Nation,...
Eine deiner Lines: Beschwipste VIPs in Anzug und Schlips scherzen, machen
Herzschmerzkommerz mit Sektglas und Nerz.
Independent vs. Major: Als Indie hast du die volle Kontrolle über dein Produkt,
mußt aber mehr arbeiten und verdienst vielleicht auch nicht unbedingt viel Geld. Der Major macht dich bekannt, hat seine Strukturen, aber zockt dich im Endeffekt nur ab und will dein Produkt kontrollieren.
Studio vs. Bühne: Im Studio kann man viel faken, hat aber Zeit seine Reime bis zum gewünschten Ergebnis aufzunehmen. Auf der Bühne zählen die Skills, hier kann man den Leuten nichts vormachen und es zeigt sich wer ein echter MC ist.
Battles: Die ursprüngliche Idee war, die Leute durch Kreativität von Drogen und Gewalt wegzubringen und die negative Energie in etwas positives umzuwandeln. Heute sind die meisten Battles für mich der reinste Dreck, wo es nur noch darum geht, die derbsten Sprüche zu bringen und jemanden zu „ficken“ Von gegenseitigem Respekt keine Spur. Ich bevorzuge „Competition“, wo man freundschaftlich seine Skills messen kann.
Freestyles: Die Königsdisziplin, die jeder wahre MC beherrschen sollte. Ist ein gutes Netz, falls man Live seine Texte vergisst. Ich bin leider nicht gut im freestylen.
Mcing: Kam erst als letztes Element im Hip Hop auf, hat aber alle anderen überschattet. Im Idealfall ist MCing Poesie, die sich mit dem realen Alltag beschäftigt aber auch viele andere Facetten hat.
B-Boying: Anfang der 70er entstanden. Kreativer körperlicher Ausdruck mit nicht festgelegten Regeln. Körperkontakt und Gewalt sind aber tabu.
Writing: Hab ich mal angefangen, war aber nie gut darin. Hab es aber irgendwann mal gelassen, weil ich als „Ausländer“ mit Einbürgerungswillen keine Vorstrafen haben wollte.
Djing: Kool Herc hat als erster die Idee der jamaikanischen Soundsystems auf New York übertragen und Breaks aufgelegt. Der DJ ist das musikalische Rückgrat der Hip Hop Bewegung. Mich hat damals David Fascher inspiriert DJ zu werden. Ein guter DJ spielt nicht nur die Hits, sondern versucht auch sein Publikum zu erziehen.
Hip-Hop: Mittlerweile eine weltweite Kultur mit (nach KRS One) 9 Elementen. Kreativer Prozeß mit welchem man seine Persönlichkeit weiterentwickeln kann. Als alternative Bewegung zu Ganggewalt und Drogensucht in der Bronx entstanden und von Pionieren wie Afrika Bambaata entworfen. Nationale Grenzen spielen hier keine Rolle.
Internet: Hat vor und Nachteile. Heute hat fast jeder Zugang zur Geschichte und News über Hip Hop. Jeder kann sich kostenlos präsentieren und unabhängig von großen Medien bekannt werden. Auf der anderen Seite gibt es zu viel Müll, Klatsch. Durch MP3 hat die Musik irgendwie an Wert verloren.
Medien: Kann man positiv nutzen. In den meisten Fällen reine Propaganda und Marketingmaschinerie. Don´t believe the hype!
Politik: Auf dem Balkan gibt es ein Sprichwort: „Politik ist eine Hure“. War früher politisch aktiv, bis ich gemerkt habe, daß es nicht der beste Weg ist, was zu verändern. Im Hintergrund regiert das Geld.
Liebe: Weltliche Liebe ist vergänglich, ich suche nach der ursprünglichen reinen Liebe, die man letztendlich nur bei Gott findet.
Sucks: Gangster Rap, Jiggy, Player, Bling Bling, Crunk
Fans: Solange sie einen nicht vergöttern und ohne zu hinterfragen einem nacheifern, eine willkommene Begleiterscheinung des Künstlerdaseins. Die Basis für den Erfolg.
Reisen: Ich liebe Reisen, weil es bekanntermaßen bildet. Ich bin froh, mal nicht im kalten, miesepetrigen Deutschland zu sein.
Geld: Regiert bekanntlich die Welt. Die Machtstrukturen auf denen das Finanzwesen beruht sind ungerecht. Trotzdem braucht man Geld zum Leben und sinnvoll eingesetzt kann man anderen helfen.
Leben: Ist eine harte Schule, in der man auf viele falsche Freunde und Enttäuschungen trifft. Ich persönlich glaube, daß wir mehr als nur einmal leben,solange, bis unser Lernprozeß abgeschlossen ist.
Drogen: Been there, done that. Leute laßt die Finger davon, es macht einen nur kaputt. Ich rede auch von legalen Drogen.
Schmerz: Kann einen kaputt machen. Man kann aber auch daran wachsen und lernen. Wichtig ist, nicht zu resignieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
Vorbilder und Helden: Gott, Jesus, Martin Luther King Jr., Malcolm X, Afrika Bambaataa
5 deiner Favourite Rap Songs:
Public Enemy: „Welcome to the Terrordome“
Paris: „The days of old“
Pharcyde: „Passin me by“
Lordz of the Underground: „Chief Rocka“
LL Cool J: „Mama said to knock you out“
5 deiner Favourite Rap Alben:
Public Enemy: „Fear of a Black Planet“
Paris: „Sleeping with the enemy“
Hijack: „The horns of Jericho“
KRS One: „Return of the Boom Bap“
Torch: „Blauer Samt“
deine Top 5 Songs einer beliebigen Art von Musik:
Incredible Bongo Band: „Apache“
Isaac Hayes: „Ike´s Mood / You´ve lost that loving feeling“
Yazoo: „Don´t go“
Stevie Wonder: „I don´t know why I love you“
Scorpions: „Still loving you“
deine Top 5 Lps einer beliebigen Art von Musik:
Isaac Hayes: Shaft Soundtrack
Rage against the machine
Michael Jackson & the Jackson 5: Best of
Tracy Chapman: erstes Album
Kraftwerk: Mensch Maschine
Nummer 1 Getränk: Stilles Mineralwasser
Lieblingsessen: Indisch
Favourisierter Sneaker: Adidas Superstars
Lieblingsfilm, -Schauspieler: Ghost Dog, Robert de Niro
Lieblingssport, -Sportler: Basketball, Drazen Petrovic
anstehende Projekte: Ich bringe ab Ende Dezember mein Debut Album heraus.
Es wird „Numerologie“ heißen. Außerdem versuche ich ein eigenes Label zu gründen.
Ratschlag: Haltet euch von Drogen und Gewalt fern, das führt nur zur Zerstörung. Sucht euch echte Freunde, die euch respektieren und unterstütze. Glaubt an eure Träume und arbeitet hart daran sie zu verwirklichen. Hört nicht auf Leute, die euch nur schlecht machen wollen und gebt niemals auf. Arbeitet an eurem Charakter und versucht ein guter Mensch zu werden. Wenn ihr nach dem Sinn des Lebens sucht, dann versucht Gott und die Mitmenschen zu lieben.
Shout Outs und Props: Ich grüße OPEN MIKE, Maso, Gate, DJ Propa, Streetlove Mag, Emjay, Vanessa, Alex „Basstard“.
Props an die Pioniere der Hip Hop Kultur, Zulu Nation, Temple of Hip Hop,
Advanced Chemistry, LSD, CUS, Cora E, Too Strong, Anarchist Academy, Main Concept, Stieber Twins, No Remorze, Storm & Swift, Dirty Mamas, C2G und alle die die Hip Hop Kultur am Leben halten.





